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Kolping in Kenia

Kolping

Kulturelle Vielfalt, schöne Küsten, Tier-paradiese mit grandioser Kulisse – bis vor wenigen Wochen galt Kenia als Traum-Reiseziel. Die Unruhen nach den Wahlen vom 27. Dezember, die bis heute andauern, haben dieses Bild getrübt. Mehr als tausend Menschen sind seither ums Leben gekommen, 300.000 sind auf der Flucht.

Das alles ist traurig für das Land, seine Menschen, aber auch für Kolping Österreich, denn seit nun 20 Jahren gibt es eine enge und erfolgreiche Ent-wicklungszusammenarbeit zwischen unserem Verband und Kolping in Kenia. Begonnen hat diese Partnerschaft Ende der 80-er Jahre, als es unserem damaligen Bundes-präses Ludwig Zack gelang, in Kilimambogo, nahe der Hauptstadt Nairobi, ein Berufsausbildungs-zentrum zu errichten – mit Mitteln des österreichischen Außenministeriums, das damals von Dr. Alois Mock geführt wurde. Seit der Eröffnung dieser Ein-richtung sind dort mehre hundert junge Männer aus armen Verhältnissen zu Tischlern, Maurern und Computer-Experten ausgebildet worden.

Bis 1996 war Kolping Österreich für das Management zuständig, seither liegt die Verantwortung bei Kolping Kenia. Im Oktober erst habe ich mit Ludwig Zack das Zentrum besucht und kann berichten: Der Betrieb läuft her-vorragend, Kilimambogo ist geradezu ein „Vorzeigeprojekt“, das finanziell völlig unabhängig arbeitet, also sämtliche Mittel, die für die Ausbildung der Handwerker nötig sind, auf dem freien Markt selbst erwirtschaftet.

Der zweite Schwerpunkt unserer Arbeit liegt im Westen des Landes: In Kisumu, einer Bischofsstadt am Ufer des Victoriasees, unterstützen wir ebenfalls ein Berufsausbildungs-zentrum. Es ist etwas kleiner als Kilimambogo (derzeit rund 40 Schüler), und leider ist gerade diese Gegend von den Unruhen besonders stark betroffen.

Sobald wieder Friede herrscht, haben wir in Kisumu einiges vor: Eine neue Abteilung für Mau-rer soll eröffnet, die Computerklassen mo-dernisiert werden. Für die Absolventen der Schule, die sich oft schwer tun, im Berufsleben Fuß zu fassen, planen wir, eine Art „Gesellenverein“ zu gründen, ganz nach dem Vorbild Adolph Kolpings. Ein Kreis schließt sich – auch wenn derzeit noch die Unruhestifter das Sagen haben.

Christine Leopold

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