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Frau Karoline Reichart ist am 1. Mai 1917 in Wien - Ottakring geboren. In diesem Bezirk blieb sie bis zu ihrer Übersiedlung nach Favoriten. Zuerst hatte sie eine alte Wohnung, die Pfosten und Tram gingen mitten durch das Zimmer, später aber bekam sie im selben Bezirk ein schönes Zuhause.
Nach Volks- und Hauptschule lernte sie bei der Firma Schober in Währing die Weißnäherei (Lochstickerei, roulieren und dgl.). In diesem Betrieb blieb sie bis zur Geburt ihres 1. Kindes.
1938 hat sie geheiratet, 1943 kam ihr Sohn zur Welt, im November 1943 ist ihr Mann im Krieg in Russland gefallen. Er hat seinen Sohn nie gesehen.
Frau Reichart musste so recht und schlecht ihr Kind zuerst alleine aufziehen, doch 1946 heiratete sie nochmals und 1947 erblickte ihre Tochter Ilse das Licht der Welt. Mit diesem Mann war sie 33 Jahre glücklich verheiratet. Seit 1979 ist sie Witwe.
Bis zu ihrem 73. Lebensjahr arbeitete sie auch als Haushaltshilfe bei einem Steuerberater, dabei kam auch die Weißnäherei nicht zu kurz. In dieser Zeit hat sie auch ihrer Tochter Ilse geholfen, denn mittlerweile waren schon 3 Enkelkinder da.
Im Februar 2004 ist Frau Reichart schwer gestürzt langer Aufenthalt (Intensivstation) im Wilhelminenspital dann Pflegeabteilung.
Nun war es die Tochter Ilse, die sich um die Mutter sorgte und von einer anderen Patientin hörte, im Kolpinghaus wäre ein Platz frei.
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Frau Reichart bekam einen Rollstuhl und übersiedelte nach Favoriten. Bald danach zog auch Frau Peter in ihr Zimmer ein und die beiden wurden dicke Freundinnen. Jetzt, wo es Frau Peter nicht so gut geht, kümmert sie sich um sie und erfüllt ihr ihre Wünsche.
Frau Reichart nimmt sehr rege am Tagesgeschehen teil, Gedächtnistraining, Lesestunde, Basteln, im 1. Stock übernimmt sie das Gießen der Blumen, hilft beim Herrichten der Jause, denn auf Frau Reichart kann man sich verlassen! Sie ist ein sehr positiv denkender Mensch, überall gern gesehen, löst gerne Rätsel auf und ist glücklich und zufrieden, hier bei uns im Haus wohnen zu können. Zu ihrem 90. Geburtstag im Mai gab es ein schönes Fest.
Roswitha Roboch
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