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Das Glück begann am 6. April 1946 beim Tanz in einem Schutzhaus. Dort lernten sich Antonia und Ernst Ferenz kennen. Frau Kaderavek, wie damals Frau Ferenz noch hieß, war ein gute Tänzerin, die den Walzer und den Tango besonders liebte und hat damit den Sportler Ferenz in Ihren Bann gezogen. Da bei der Tanzver-anstaltung auch Onkel und Tanten anwesend waren, gab es gleich ein kennenlernen der Verwandtschaft.
Bis zur Hochzeit dauerte es dann aber über 8 Jahre, denn das Liebespaar hatte nichts, um auf eigenen Füssen zu stehen. In diesen Jahren wurde auf Hausrat, Essen und Gewand gespart.
Am 7. Juni 1954 konnte das große Glück mit der Hochzeit gefeiert werden. Die Kleider waren damals noch Holzgewand, das man auf einem Bezugsschein bekam.
Nach dem großen Fest ging es dann in die Flitterwochen und zur Hochzeitsreise. Mit dem Motorroller ging es durch Österreich. Im Reisetagebuch, wo alle Reisen, die das Ehepaar gemacht hat, genau beschrieben sind, finden sich genaue Aufzeichnungen. Über den Sem-mering ging es über Judenburg bis zum Wörthersee. Nach einigen Ausflügen in der Umgebung führte die Reise weiter durch Kärnten nach Mallnitz. Durch den Tauerntunnel gelangten sie dann in das Salzburgerland nach Zell am See. Dort gab es wieder einige Ausflüge in die Umgebung und schließlich fuhren sie mit ihrem Gefährt über den Wolfgangssee und Attersee über Wels, Enns und Melk nach Wien. Aufgebrochen sind sie am 7. Juni und Ankunft war am 28. Juni wieder in Wien.
Das junge Ehepaar wohnte noch bis 1960 bei den Eltern, weil sie weder das Geld noch die Möglichkeit für eine eigene Wohnung hatten. Erst dann bekamen sie im 14. Bezirk eine eigene Wohnung von der Gemeinde Wien. Zusammen mit ihrem Sohn, der 1956 zur Welt kam, wurde diese Wohnung bis zum Übersiedeln ins Kolpinghaus ihre Heimat.
Das Leben von Familie Ferenz war geprägt vom Beruf. Herr Ferenz war Maschinenschlosser und bildete Lehrlinge aus. Frau Ferenz war gelernte Schneiderin und hatte als Kundin unter anderem die berühmte Schauspielerin Marika Röck. In der Freizeit betrieb Herr Ferenz, wie schon erwähnt sehr viel Sport. Er war ein begeisterter und begnadeter Fußballspieler. Wandern in den Bergen und die gemeinsamen Urlaube in Österreich gaben ihnen immer wieder Kraft und Schwung für ihren Alltag.
In besonderer Erinnerung ist ihnen der einzige Italienurlaub geblieben. Mit einem klapprigen Bus ging es ans Meer. Dort lernte Frau Ferenz übrigens das Schwimmen.
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Der Abschiedsabend wurde von Vermietern am Meer gefeiert. Weil das Ehepaar schon müde war und sich für die Rückfahrt ausrasten wollte, ging es früher ins Zimmer. Das sollte sich als Glück erweisen, weil sie damit einen Einbrecher vertrieben, der gerade dabei war, ihren Koffer zu durchsuchen. Durch das unerwartete Auftauchen des Ehepaares ergriff er die Flucht und ließ einen zerstörten Koffer, aber zum Glück mit allem Inhalt, zurück. Später stellte sich heraus, dass der Einbrecher zuvor schon einige Zimmer durchsucht und Einiges mitgenommen hatte. Der Koffer musste mit Schnüren zugebunden werden, damit die Gegenstände transportiert werden konnten. Wie wird der Besitzer auf den zerstörten Koffer reagieren, weil er war nur geliehen?
Am Weg nach Hause, in der Nähe zur Grenze nach Österreich, kam es zu einem weiteren Unglück. Ein Stein auf der Straße zerstörte die Antriebswelle des Busses. Es ging nichts mehr. Kurzerhand stiegen alle mitfahrenden Gäste aus und schoben den Bus bis zur nächsten Ortschaft in die Werkstatt. Dort stellte sich heraus, dass der Fahrer nicht genug Geld hatte, um die Reparatur zu bezahlen. Also wurde Geld abgesammelt, damit die Unkosten beglichen werden konnten.
Die nächste Überraschung wartete dann an der Grenze auf die Gruppe, denn die Zöllner stürzten sich auf den mit Schnüren umwickelten Koffer, weil sie glaubten, einem Schmuggler auf der Spur zu sein. Auf der Straße wurde er in Begutachtung genommen und genau durchsucht, leider fanden sie nichts, denn die Schmuggelwaren wurden unter der Kleidung, die die Gruppe trug, versteckt. Das haben sie natürlich nicht gemerkt.
„Wer eine Reise tut, der kann etwas erzählen“. Diese Weisheit gilt ganz besonders für das Ehepaar Ferenz. Viele Erinnerungen und Erlebnisse tauchen auf, wenn sie von ihren Wanderungen und Fahrten erzählen. Diese Erfahrungen haben sie aber auch zusammengeschweißt und davon leben sie noch heute. Sie geben ihnen noch heute die Kraft, den oft beschwerlichen Alltag gemeinsam zu meistern.
Leopold Putz
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