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In die Kälte der Welt kommt Gott

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Ich weiß nicht mehr, wie alt ich gewesen bin, aber ich weiß, dass es in der Volksschule unseres kleinen Dorfes war. Ein Mitschüler fragte mich unvermittelt aber sehr wichtig tuend: „Glaubst du noch an das Christkind?“ Die Frage traf mich wie ein SCHLAG. Ich war paff – eine Gemeinheit so etwas zu fragen, eine Frechheit, eine Sünde – meine Kinderwelt war total durcheinander. Natürlich gibt’s das Christkind, der ist ja blöd – dachte ich, aber der Zweifel fraß bald meine Sicherheit. Und ich begann zu fragen – nicht die Mutter, aber meinen älteren Bruder – der war ein nüchterner Praktiker. Klar gibt’s ein Christkindl, aber sag es nicht der Erika - Erika war unsere jüngere Schwester. Na was soll ich jetzt nicht sagen: Dass es eines gibt oder dass es keines gibt? „Frag nicht so viel, wichtig ist, dass Erika glaubt, es gibt ein Christkindl! Nachsatz: Du nimmst ihr sonst die größte Freude.“

Heute mehr als 60 Jahre danach klingt mir der Satz noch immer in den Ohren: Du nimmst ihr sonst die Freude. Und heute kenne ich viele Geschichten von der gestohlenen Freude, ich kenne aber auch viele Geschichten, die aus dem Glauben kommen. Wenn immer Menschen einander glauben, einander Gutes zutrauen, einander Ruhe geben, gut über den anderen denken und gut über ihn reden, dann wächst zwischen den Menschen eine tiefe Zufriedenheit – Zufriedenheit hat mit Frieden etwas zu tun und „Frieden den Menschen auf Erden“ ist die Kernbotschaft des Weihnachtsfestes.

Damit sind wir wieder beim Christkind. Natürlich gibt es das Christkind – aber es schaut nicht so aus, wie wir es als Kinder gesehen haben – es tut nicht so, wie wir als Kinder geglaubt haben – es tut nicht alles selbst – es hat Menschen, Engel, Mächte und sonst noch Einiges, dass unsere Welt in Bewegung bleibt.

Natürlich haben wir bald erfahren, dass die Mutter das Christkindl war, was sie getan hat, war ein zauberhafter Anfang, eine Lebenseinstellung, die sich wie ein roter Faden durch ihr Leben gezogen hat: Sie hat alles Gute, alles Schöne, alles Wunderbare einfach auf den lieben Gott geschoben.

Deshalb glaube ich, dass die Kinder unserer Zeit genauso viel Freude haben, wenn wir vom Christkind erzählen, die Arbeit für das Christkind tun und den Zauber dieser Zeit so lange lebendig sein lassen, bis sie selbst in die Rolle finden, als Bote des Christkinds in dieser ihrer Welt etwas zu verändern.

Gesegnete Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr wünscht Ihnen

Prof. Ludwig Zack

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