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Ich bin in einem 5 Mädel Haus in einem Vorort von Bremen aufgewachsen. Schon als Kind träumte ich davon als Krankenschwester mit Kindern zu arbeiten und erfüllte mir diesen Traum nach meinem Mittelschulabschluss. Da mich die Missionsberichte von der Not in Indien sehr bewegten, wollte ich als Missionarin nach Indien im Krankenhaus arbeiten. Da ja dazu eine Ausbildung notwendig war, ging ich 2 Jahre nach England auf eine theologische Schule mit der Absicht: Indien, jetzt komme ich! Aber im Jahr 1983 war es sehr schwierig ein Visum nach Indien zu bekommen, weil es Einreisestopp für Missionare gab. Doch wie heißt es so schön, wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.
Genau in dieser Zeit lernte ich meinen Mann in England kennen, einen Österreicher. Wir wussten, dass wir füreinander bestimmt sind und zusammen alt werden möchten. Ein Jahr später heirateten wir und ich zog mit Sack und Pack nach Österreich in die Steiermark. Da ich keinen Job als Kinderkrankenschwester bekam, arbeitete ich als Krankenschwester im Dialyseinstitut, bis meine Kinder zur Welt kamen. 7 Jahre lang genoss ich es, meinen Kindern einen guten Start ins Leben zu geben und ganz für sie da zu sein. Mit Schulanfang der Kinder wagte ich wieder einen Neueinstieg in die Hauskrankenpflege und es bereitete mir viel Freude mit alten Menschen zu arbeiten.
Da mein Mann als Pastor arbeitete, siedelten wir nach Wien und ich arbeitete im Plasmazentrum. Aber schnell kam ich darauf, dass mir diese Arbeit, wie am Fließband, die Leute zu stechen und Blut abzuzapfen, nicht liegt.
So landete ich im Mai 2004 im Kolpingheim. Seit letztem Jahr bin ich für Betreutes Wohnen zuständig und es macht mir viel Spaß, die mobilen Bewohner zu unterstützen und trotzdem noch ihre Restselbstständigkeit zu erhalten.
Die BewohnerInnen im Betreuten Wohnen sind vom 4. OG bis zum Dachgeschoss verstreut, so dass mein Fitnessprogramm in meiner Arbeit enthalten ist.
Meine Zeit von 7 bis 13 Uhr ist sehr, sehr ausgefüllt und abwechslungsreich: Die Unterstützung bei der Pflege, medizinische Behandlungspflege, Administration, Visite und auf die Probleme der BewohnerInnen einzugehen, so dass sie sich rundum wohl fühlen.
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Was ich als sehr schön empfinde ist, diesen alten Leuten noch ein Lächeln aus ihren Gesichtern zu entlocken oder durch ein paar ermutigende Worte oder Zuhören ihr Leben (das meistens sehr mühsam durch körperliche Beschwerden geworden ist) ein bisschen zu erfreuen.
Deshalb gab es zwei besondere Highlights: die Weihnachtsfeier im letzten Jahr mit Beiträgen von BewohnerInnen und meiner Tochter und der gemeinsame Ausflug ins Mozarthaus mit gemeinsamem Kaffeetrinken, wo den BewohnerInnen ihre Begeisterung in den Gesichtern bei der Führung anzusehen war.
Ich finde es schön, wie die Bewohner sich gegenseitig unterstützen und auch Gemeinschaft untereinander haben und das nicht nur bei den Mahlzeiten im Speisesaal.
In meiner Tätigkeit in der Zusammenarbeit mit älteren Menschen habe ich gelernt, egal was im Leben passieren mag oder welchen Umständen, wir als Menschen oft ausgesetzt sind, wir werden nie unseren Wert in Gottes Augen verlieren. Deshalb sind für mich die alten Menschen sehr wertvoll und ich kann durch ihre Erfahrungen viel dazulernen.
In meiner Freizeit genieße ich es Zeit mit meiner Familie zu verbringen, sei es Motorradfahren mit meinem Mann, Shoppen gehen mit meiner Tochter oder als Familie zusammen Spiele zu spielen, um schon Gedächtnistraining für das Alter zu üben.
Mein Lebensmotto ist: Respekt und viel Humor.
Inge Ungerböck
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