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Das war einmal:

Mit Herrn Keschl in New York

Aus dem Leben

Ich war von Beruf Tischler und Zimmerer. In Österreich arbeitete ich in einem Bergwerk, wobei mir bewusst war, dass ich das nicht für mein ganzes Leben ausüben möchte. Ich wollte und musste Geld verdienen und im Burgenland war das nicht so einfach. Meine Frau war damit einverstanden, dass wir von Oberösterreich aus nach New York gingen. Dieser Entschluss ist uns - vor allem mir - nicht schwer gefallen, weil wir jung waren und keine Kinder hatten. Ich musste zuerst nach Kanada einreisen und von dort konnte ich dann nach Amerika weiter.

1961 gingen wir gemeinsam mit unseren beiden Kindern nach New York. In den Jahren1964 / 1965 habe ich bei der Weltausstellung in New York City gearbeitet. Das war für mich ein besonderes Erlebnis. Allerdings gab es dabei Schwierigkeiten mit der Anerkennung. 1967 kamen wir wieder zurück nach Österreich, 1970 ging ich alleine ohne Familie wieder nach New York, weil die Kinder schon in die Schule gegangen sind. 1977 blieb ich endgültig in Österreich.

Als Zimmerer habe ich sowohl neue Häuser gebaut als auch alte renoviert. Für Banken half ich mit, viele Inneneinrichtungen herzustellen. Unsere Firma war verantwortlich für Reparaturarbeiten. Ich war ein Allrounder in Sachen Holz, und wenn ich einen Job gesucht habe, dann musste ich mich nur bei der Gewerkschaft melden und bekam sofort ein Stellenangebot. Die Ausbildung war zu jener Zeit viel besser als anderswo, deshalb sind einige Kollegen nach Amerika ausgewandert, weil sie dort eher einen Job bekamen als in Österreich.

Zum Foto: Petri heil Herr Keschl

Ein besonderes Erlebnis, das mir noch in Erinnerung ist, trug sich in New York auf einer Baustelle zu. Da hatte ich eine Sperrlinie bei Restaurierungsarbeiten zu beachten. Ein Schritt über diese Linie löste sofort Alarm aus. Beim Aufbau passierte nichts, weil ich sehr darauf bedacht war, keinen Alarm auszulösen. Beim Abbau schaffte ich es doch und binnen Minuten stand die Polizei mit gezogener Waffe vor mir, weil sie glaubten, ich sei ein Einbrecher.

In meiner Freizeit ging ich am Wochenende meist in New York angeln. Wer den größten Fisch fing, konnte mit einem Preis rechnen. Eines Tages fing ich mit dem Sohn des Hausherrn einen riesigen Fisch. Wir mussten ihn zu zweit rausziehen. Leider konnten wir ihn nicht mehr zum Wiegen bringen, weil wir den Fisch zu spät gefangen hatten. So mussten wir auf unsere Prämie verzichten. Das Fischen hat mir immer sehr viel Spaß bereitet und war meine große Leidenschaft.

Gunter FRANZL

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