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Die Erstkommunion von Frau Keppel

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Meine heilige Kommunion stand kurz bevor. Ich ging auch zur Kommunion, aber wie! Mutter dachte, es sei alles in Ordnung mit mir. Da hatte sie aber falsch gedacht! Einen Tag vorher war meine Mutter nicht zu Hause und das nutzte meine Freundin spielerisch aus. Da hatten wir drei Mädchen, meine beiden Nachbarinnen Irma und Agnes und ich natürlich leichtes Spiel. Wir beschlossen justament Friseur zu spielen. Irma war die Oberfriseurin. Wir zwei, Agnes und ich, waren die Kunden. Ich hatte wunderschöne blonde Locken, auf die meine Mutter sehr stolz war. Die Hausfriseurin Irma sah das etwas anders. Sie schnitt kurzerhand meine als auch Agnes Haare ab. Als meine Mutter nach Hause kam, traf sie fast der Schlag - die Friseurin Irma hatte „gut“ gearbeitet und Irma hat sich, angesichts ihres fabelhaften Werkes, fluchs aus dem Staub gemacht. Außerdem wäre sie jetzt an der Reihe gewesen.

Jedenfalls hatte Irma uns eine Frisur verpasst, die es sonst nirgends gab - speziell unter den Kommunionskindern nicht. Unglaublich - wir waren verschandelt! Nachher wandte sich meine Mutter Hilfe suchend an den echten Friseurmeister mit der Bitte, ob da noch was zu „retten“ wäre.

Der Friseur schlug die Hände über dem Kopf zusammen: „Um Gottes Willen! So was hab ich ja noch nie gesehen!" Er versuchte sein Bestes, aber auch er konnte nicht mehr viel retten.

So mussten wir zwei abgescherten Hendeln zur Kommunion gehen. Als sich der Wirbel gelegt hatte, hatte ich zwar immer noch keine Haare, aber die Freundschaft zwischen Agnes, Irma und mir blieb noch lange Zeit bestehen.

Marion Windhager

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