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Generalversammlung des Internationalen Kolpingwerkes

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Alle fünf Jahre treffen sich Vertreter aller Länder, in denen es Kolping gibt, zu ihrer Generalversammlung. Vor fünf Jahren fand diese in Mexiko statt, heuer kamen wir von 14. bis 19. Mai in Ungarn zusammen. Wir, das sind 260 Kolpingvertreter aus 50 verschiedenen Ländern der ganzen Welt. In einem sehr schönen Kolping-Familienhotel in dem kleinen Ort Alsopahok fand das Treffen statt. Der Ort Alsopahok (gleich neben Heviz am Plattensee) ist so klein, dass der Turnsaal der Volksschule kurzerhand in einen Konferenzsaal umgewandelt werden musste: Dolmetscherkabinen wurden aufgestellt und die gesamte moderne Technik der Bild- und Tonübertragung eingerichtet. Sehr zur Freude der Schüler, die vom Bürgermeister eine Woche frei bekamen, weil in ihren Klassenzimmern Arbeitskreise und provisorische Kaffeestationen eingerichtet wurden. Die Tagungsteilnehmer handelten die statutarisch notwendigen Regularien ab und beschäftigten sich inhaltlich mit dem Thema „Arbeit“, einer der vier Schwerpunkte der Kolpingarbeit (neben Familie, Gesellschaft und Religion). Fünf Aspekte zu diesem Thema standen zur Diskussion:

  • das christliche Verständnis von Arbeit,
  • die Arbeitslosigkeit,
  • die informelle Arbeitswelt,
  • die berufliche Weiterqualifizierung
  • die Rechte der Arbeitnehmer.

Alle Themen wurden im Hinblick auf die besonderen Situationen der verschiedenen Länder bearbeitet. Ein Beispiel: Der informelle Arbeitsmarkt (Schwarzmarkt) von Indien macht 90% des Gesamtarbeitsmarktes aus. Das heißt, nur 10 % aller Beschäftigten haben ein reguläres Arbeitsverhältnis mit sozialer Absicherung. Alle anderen leben mehr oder weniger von Tag zu Tag bzw. von der Hand in den Mund. Fast unvergleichbar mit der Situation in europäischen Ländern…

Über die ganze Welt ist Kolping aber ein Verband, der vor allem die Jugend fördert. Daher war es bei den Beratungen besonders wichtig, jene Bereiche herauszuarbeiten, die es Jugendlichen ermöglichen, in den Arbeitsmarkt einzutreten. Die österreichischen Kolpingleute brachten ihre Erfahrungen der speziellen Arbeitsprojekte für langzeitarbeitslose Jugendliche ein, das unterstützende Wohnangebot der Kolpinghäuser für Jugendliche während ihrer Berufsausbildungszeit, die Beratungsstellen,… Weltweit bietet Kolping Programme zur Bildung und Weiterbildung an, um damit Menschen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen. Durch die Vergabe von Kleinkrediten ermöglicht Kolping die Entstehung und den Ausbau von Kleinunternehmen und damit wieder die Schaffung von Arbeitsplätzen. Auf politischer Ebene engagieren sich vor allem die Kolpingverbände Lateinamerikas für die Rechte der Arbeitnehmer im informellen Sektor.

Eine der schönsten „Nebenwirkungen“ dieses Treffens waren die Begegnungen mit Kolpingfreunden aus aller Welt, welche gestärkt mit neuen Ideen, konkreten Arbeitsansätzen und bereichert um den Kolping-Grundsatz „Wir können viel, wenn wir nachhaltig wollen“ wieder in alle Länder nach Hause fuhren.

Präsidentin Mag. Christine Leopold

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