Höhen und Tiefen: Unsere MUKI-Kinder haben zu Schulbeginn oft ganz spezielle Herausforderungen zu bewältigen.
Von Isolde Arzt
Morgen gehe ich endlich wieder in die Schule!“, ruft Hatice freudig. Für das 7-jährige Mäd-chen ist die Schule nichts Neues: Sie ist bereits seit einem Jahr eine eifrige Schülerin und freut sich schon darauf, ihre Freundinnen wieder zu sehen. Ganz anders die 6-jährige Laura: Die ist „schon ganz aufgeregt“, denn sie weiß noch nicht so genau, was sie da alles erwartet schließlich geht sie heuer zum ersten Mal in die Schule.
Hektische Stimmung: Wenn der erste Schultag naht, macht sich im MUKI hektische Stimmung breit: Schulsachen werden vorbereitet, kontrolliert oder gekauft; die Kenntnisse vom letzten Schuljahr werden bisweilen auch ein wenig widerwillig aufgefrischt. Die Unbeschwertheit der Ferien geht zu Ende und für unsere „Erstklassler“ beginnt überhaupt ein gänzlich neuer Lebensabschnitt.
In den Wohnungen und Gängen des MUKI kehrt wieder ein wenig Ruhe ein, denn den größten Teil des Tages verbringen die Kinder ja nun in der Schule und im Hort. Doch gegen Abend, wenn alle wieder nach Hause kommen, wird es umso lauter jetzt werden eifrig die neues-ten Neuigkeiten ausgetauscht: Natascha hat eine neue Lehrerin; Makka hat erfahren, dass sie mit ihrer Klasse auf Projektwoche fahren darf; Laura berichtet stolz, dass sie schon eine Hausübung aufbekommen hat; Miriam ärgert sich, dass sie wie im letzten Jahr wieder „lesen üben“ muss und Jakob stellt trocken fest: „Rechnen mag ich gar nicht gerne!“
Nicht immer einfach: Hatice muss aber noch mit ganz andere Herausforde-rungen fertig werden: Das von Geburt an hörbeeinträchtige Mädchen besucht eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Schule. Zum heurigen Schulbeginn musste jedes Kind den Mitschülern über seine Ferienerlebnisse erzählen diesmal je-doch ohne dabei die Gebärdensprache zu benutzen!
Hatice hat diese schwierige Aufgabe, nicht zuletzt dank des Cochlea-Implantats (eine sogenannte „Hörschnecke“ für Gehörlose deren Hörnerv noch funktioniert), das sie seit einiger Zeit trägt, sehr gut gemeistert und freut sich über ihre großen Fortschritte.
Für viele unserer Kinder ist es nicht immer einfach, unter den für sie und für ihre Mütter oft turbulenten Lebensumständen, die sie ins MUKI verschlagen haben, auch noch die notwendige Ruhe und Kraft für die Schule zu finden. Doch einige Wochen nach Schulbeginn ist auch das zu einem Teil des Alltags geworden. Die Kinder haben sich wieder an das frühe Aufstehen gewöhnt, und sie durchleben ihre ganz persönlichen Höhen und Tiefen so wie alle anderen Schülerinnen und Schüler auch.
|